Bauarbeiten an der Klärschlammtrocknungsanlage sind in vollem Gange

Siegen im Februar 2019

Auf dem Gelände des Entsorgungsbetriebs der Stadt Siegen (ESi) entsteht zurzeit eine moderne Anlage zur Trocknung von Klärschlamm. Mit der Rohbaufertigstellung wurde nun der erste große Abschnitt des 10-Millionen-Euro Bauprojekts vollendet. Als nächstes wird die Maschinen- und Elektrotechnik in der neu errichteten Halle verbaut. Gleichzeitig entsteht auf dem Betriebsgelände ein neuer Medienkanal. Dieser hat den Zweck, sämtliche Kabel und Versorgungsleitungen, die teilweise noch aus den Anfangsjahren der Kläranlage um 1900 stammen, zu bündeln. Weiterhin stellt der Medienkanal die Verbindung zwischen Maschinenhaus und Klärschlammtrocknung her. Der Baufortschritt wurde seit dem Spatenstich im Sommer 2018 mittels regelmäßiger Drohnenbefliegungen dokumentiert und kann in dem untenstehenden Video nachvollzogen werden.

Hintergrund der umfangreichen Baumaßnahmen ist die aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht zunehmend problematische Entsorgung des Klärschlamms in bisheriger Form. In Siegen bleiben jährlich rund 8.500 t Klärschlamm zurück. Dieser Klärschlamm wird zurzeit thermisch verwertet. Ausgehend von einem Wasseranteil von zirka 65 Prozent werden aktuell jedes Jahr – bildlich ausgedrückt – fast 230 Sattelzüge mit purem Wasser von Siegen in die Verbrennungsanlage gefahren. Künftig wird das getrocknete Granulat nur noch fünf bis zehn Prozent Wasser enthalten und könnte als Brennstoff z.B. in Zementwerken oder Hochöfen eingesetzt werden.

Die Trocknungsanlage ist zunächst auf 14.000 t pro Jahr ausgelegt. Dadurch ist es möglich, auch Klärschlamm von anderen Kläranlagen aus der Region zu verarbeiten. Mit zwei zusätzlichen Modulen ist eine Erweiterung der Kapazität auf bis zu 20.000 t möglich.

Die elektrische Energie für die spätere Trocknung wird von einem Blockheizkraftwerk (BHKW) mit drei Gasmotoren erzeugt. Deren Abwärme dient unmittelbar der Klärschlammtrocknung. Überschüssige Wärme kann an die Kläranlage, den Betriebshof und die benachbarte Stadtgärtnerei abgegeben werden. Andererseits wird die Heizungsanlage der Kläranlage bei Verbrauchsspitzen den Trocknungsprozess unterstützen. Daneben wird der größte Teil der elektrischen Energie aus dem BHKW weiterhin für die Kläranlage benötigt.

Geplant ist, den Probebetrieb der Trocknungsanlage im Herbst dieses Jahres zu starten.